Materialien nachhaltig beziehen

Nachhaltigkeit beginnt am Ausgangspunkt

Ein großer Teil unserer Umweltbelastung ist auf den Verbrauch von Rohstoffen wie Papier, Chemikalien und Folie zurückzuführen. Durch die Festsetzung von Zielen und Richtlinien für den Einsatz von Materialien, die nachhaltig gewonnen und produziert werden, wollen wir den eigenen Verbrauch natürlicher Ressourcen reduzieren und unseren Lieferketten, Kunden und Kollegen dabei helfen, mehr Nachhaltigkeit zu erzielen.

Steigende Nutzung von FSC-zertifiziertem Papier

Ziel für 2025: Bezug von 100 % zertifiziertes Papier, davon 70 % mit Forest Stewardship Council®-Zertifizierung.

Die Wälder in dieser Welt sind unentbehrlich für das ökologische und ökonomische Wohlergehen, und unser Geschäft ist von einer nachhaltigen Papierversorgung abhängig. Seit 2013 haben wir daran gearbeitet, immer größere Mengen Papier aus nachhaltig produzierten Fasern zu kaufen. Insbesondere kaufen wir nach Möglichkeit Papier, das vom Forest Stewardship Council® (FSC®), dem „Goldstandard“ in der nachhaltigen Forstwirtschaft, zertifiziert wurde.

2016 haben wir unternehmensweit fast 900.000 Tonnen Papier bezogen. Von dieser Menge waren 78 % FSC®-zertifiziert, FSC® kontrolliert oder zertifiziert durch das Programm zur Anerkennung der Waldzertifizierung. Die Zertifizierung verlangt, dass 93,8 % des von uns gekauften Papiers von der Rainforest Alliance geprüft wird. Die Rainforest Alliance prüft auch das nicht zertifizierte Holz, das wir gekauft haben, um sicherzustellen, dass es alle fünf Kriterien erfüllt für Holz, das aus akzeptablen Quellen stammt und nicht:

  • illegal geerntet wurde
  • unter Verletzung kultureller Traditionen und Menschenrechte geerntet wurde
  • in Wäldern geerntet wird, in denen der Umweltschutz durch Bewirtschaftungsmaßnahmen bedroht ist
  • in Wäldern geerntet wird, die in Plantagen oder waldfreie Flächen umgewandelt werden sollen
  • aus Wäldern stammt, in denen gentechnisch veränderte Bäume gepflanzt werden

Unser Geschäftsbereich Label and Graphic Materials (LGM) kauft Papier hauptsächlich für die Oberfläche und das Trägerpapier von Etiketten: die Vorderseite und selbstklebende Rückseite der Etiketten, die es für unterschiedliche Marken in die ganze Welt liefert. Im Jahr 2016 waren 60 % der von LGM gekauften Oberflächenmaterialien FSC®-zertifiziert. LGM hat besonders große Fortschritte beim Bezug von FSC ®-zertifiziertem Papier in Asien erzielt, wo das Angebot von je her dürftig war. Weltweit haben wir größere Erfolge bei der Beschaffung von FSC®-zertifizierter Oberflächenmaterialien erzielt als bei der Beschaffung von FSC®-zertifiziertem Trägerpapier, aber wir sind auf dem richtigen Weg, um unser Angebot an zertifiziertem Trägerpapier in den nächsten ein bis zwei Jahren zu erhöhen.

Um der wachsenden Kundennachfrage nach Etiketten aus nachhaltig erzeugtem Papier gerecht zu werden, bietet unser Geschäftsbereich LGM die branchenweit größte Auswahl an FSC®-zertifizierten Produkten, die wir als Teil unseres ClearIntent ™ -Produktportfolios anbieten. Unsere FSC®-zertifizierten Produkte sind in Europa besonders beliebt, wo zwei Drittel der von uns verkauften Papierprodukte FSC®-zertifiziert sind. Weltweit bieten wir unsere FSC®zertifizierten Produkte zu den gleichen Kosten wie aus nicht zertifiziertem Papier hergestellte an, wodurch eine Schlüsselbarriere für die Kundenakzeptanz beseitigt wird.

Auch unser Geschäftsbereich Retail Branding und Information Solutions (RBIS) nutzt mehr FSC®zertifiziertes Papier. Die Rainforest Alliance bestätigte unser Nachverfolgen von Zellstoff, Herkunft und Art von 62 % der 39.905 Tonnen Papier, die unser Geschäftsbereich RBIS im Jahr 2016 gekauft hat. Fast 19.500 Tonnen waren FSC®-zertifiziert und 5.668 Tonnen stammen aus anderen zertifizierten Quellen.

Alternativen für Chemikalien und Film finden

Ziel für 2025: 70 % der Chemikalien, die wir einkaufen, entsprechen entweder unseren ökologischen und sozialen Grundprinzipien, oder sie ermöglichen die Herstellung von Produkten, die ihnen entsprechen.

Wir möchten, dass die von uns verwendeten Materialien die Menschen und den Planeten, heute und in Zukunft, so wenig wie möglich beeinträchtigen. Wir beschaffen Chemikalien und Folien, die den Sozial- und Umweltprinzipien entsprechen, die wir für unser Geschäft einsetzen (siehe „Nachhaltigkeit verkaufen“ hier). Bestandteile dieser Prinzipien sind: Keine Beeinträchtigung der Umwelt durch den Abbau von Rohstoffen. Keine Beeinträchtigung der Umwelt durch die Herstellung von Rohstoffen.

Verwendung eine Vielzahl von Folien auf Erdölbasis in unserem Geschäftsbereich LGM. Weil es so wenige Alternativen gibt, ist es eine Herausforderung, sie durch nachhaltigere Materialien zu ersetzen. Unsere gegenwärtige Strategie besteht darin, die Menge an Folie pro Etikett zu reduzieren, indem Etiketten leichter und dünner gemacht werden. Wir setzen uns auch dafür ein, recycelte Folie zu verwenden, sobald dieser in größeren Mengen verfügbar ist. Und wir arbeiten daran, erneuerbare, biobasierte Folie aus Pflanzen zu verwenden, wie z. B. das Bonsucro®-zertifizierte Folienmaterial auf Zuckerbasis, das wir in unserem biobasierten PE-Folienprodukt verwenden.

In unserem Geschäftsbereich LGM verwenden wir für Transportverpackungen Polyethylen aus Zuckerrohr mit geringer Dichte. 

Unser Schritt in Richtung nachhaltiger Folie ist in einem frühen Stadium und hängt von der verfügbaren Technologie ab. Wir arbeiten mit Kunden, Lieferanten und anderen Partnern bei der Entwicklung von Lösungen zusammen und erwarten, dass wir in den nächsten zwei bis drei Jahren an Dynamik gewinnen werden. 

Chemikalien sind ein wesentlicher Bestandteil vieler unserer Produkte. Wir setzen strenge Standards ein und achten sehr darauf, dass die Umwelt bei der Gewinnung, Herstellung und Verwendung dieser Chemikalien in unseren Produkten und den Produkten unserer Kunden nicht beeinträchtigt wird.

Seit 2015 haben wir ein unternehmensweites Programm für eine Restricted Substance List (RSL), das uns bei der Umstellung zu Chemikalien mit geringerer Umwelt- und Gesundheitsbelastung hilft. Die erste Phase unseres Programms konzentrierte sich auf die Vermeidung des Einsatzes von RSL-Chemikalien bei der Entwicklung neuer Produkte. Wir werten nun die Verwendung dieser Chemikalien in unseren vorhandenen Produkten aus, um bessere, technisch und wirtschaftlich mögliche Alternativen zu finden, wobei die Auswertung voraussichtlich bis Ende 2018 abgeschlossen sein wird. 2017 arbeiten wir mit unseren Lieferanten zusammen, um festzustellen, wo diese Chemikalien in unseren Produkten vorhanden sein könnten, und sie als Partner bei der Suche nach Alternativen einzubinden.

Auf Geschäftsbereichsebene verfügt unser Bereich RBIS entsprechend den Bekleidungsindustriestandards über ein langjähriges RSL-Programm, das von den Chemikalienlieferanten verlangt, eine Liste eingeschränkter Substanzen einzuhalten, die noch umfangreicher ist als unsere Liste auf Unternehmensebene. Die Liste enthält auch Grenzwerte für die chemische Konzentration, um Gesundheitsgefahren, Umweltschäden und negative Auswirkungen auf die Qualität oder Leistung unserer Produkte zu vermeiden.

RBIS verkauft keine Produkte, die RSL-Stoffe enthalten. Im Rahmen des Produktentwicklungsprozesses werden Rohstoffe und Endprodukte vor der Freigabe auf Chemikalien der RSL-Liste getestet. Alle Rohstofflieferanten müssen eine Vereinbarung unterzeichnen, in der sie bestätigen, dass sie die RSL-Richtlinien sowie die Richtlinien für die Produktprüfung einhalten werden. RBIS prüft regelmäßig Lieferanten, um die Einhaltung zu gewährleisten.

Bei der Zusammenstellung unserer RSL beurteilen wir unsere Produkte anhand einer Vielzahl globaler Vorschriften, wie z. B. der Europäischen REACH-Verordnung, Restriction of Hazardous Substances, Waste Electrical and Electronic Equipment (WEEE),USA Toxic Substances Control Act (USA) und Hunderte anderer Vorschriften, durchgesetzt von der US-USA Consumer Product Safety Commission und der US-USA Food and Drug Administration sowie ähnlicher Regulierungsbehörden in den anderen Ländern, in denen wir tätig sind.

Wir betrachten die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften als bloßen Mindeststandard und suchen nach Möglichkeiten, um die Sicherheit unserer Produkte zu gewährleisten. Zum Beispiel strebt unser Geschäftsbereich RBIS nach der bluesign®-Zertifizierung für einige seiner Fabriken. Die erste, Collitex in Italien, wird 2017 zertifiziert. Das bluesign-System setzt strenge Maßstäbe für die sichere und umweltverträgliche Herstellung von Textilien, einschließlich strenger Kriterien für den Einsatz von Chemikalien. 

Unser Geschäftsbereich RBIS testet außerdem Produkte vor dem Versand, um sicherzustellen, dass sie nicht versehentlich mit Schadstoffen verunreinigt wurden, die in ihrer RSL aufgeführt sind – ein Risiko, das in jedem chemikalienintensiven Fertigungsprozess auftreten kann. 2016 haben wir unsere Produkte über 3.100 Tests unterzogen und nur 13 Fehler registriert. Die übrigen Bereiche unseres Unternehmens werden ihre Produkte ab 2018 gegen die Avery Dennison RSL testen.

Im Laufe des Jahres 2017 haben wir außerdem damit begonnen, Manufacturing Restricted Substances Lists (MRSLs) in einigen RBIS-Anlagen einzuführen. Unser Geschäftsbereich RBIS wird diese Tests an mehreren Standorten durchführen. Die MRSL geht einen Schritt weiter als die Produkt-RSL: Sie begrenzt Stoffe, die in fertigen Produkten enthalten sind und die während der Herstellung, des Betriebs und der Wartung unserer Anlagen in die Luft, das Wasser oder den Boden gelangen können. Bei der Einführung unserer MRSLs folgt RBIS einem Prozess, der von der ZDHC-Stiftung (roadmaptozero.com), einer NGO, die sich der Null-Emission von gefährlichen Chemikalien in die Wertschöpfungskette von Textilien und Schuhen verschrieben hat, entwickelt wurde. Wir beabsichtigen, MRSLs bis 2020 in allen RBIS-Anlagen und bald darauf unternehmensweit einzurichten.